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Pressemitteilung vom 15. Juli 2006

Luzerner Fuel Cell Forum – Wieder ein voller Erfolg
Subhash Singhal wird mit der Christian Friedrich Schoenbein Medaille geehrt


Das diesjährige Luzerner "Fuel Cell Forum" hat wieder einmall über 470 Teilnehmer aus aller Welt begeistert. Vom 3. bis 7. Juli wurden im Kultur- und Kongresszentrum Luzern zwei  parallele Tagungen, eine Ausstellung von Brennstoffzellen und Komponenten sowie einen Kurzlehrgang zum Thema Brennstoffzelle angeboten.

Professor John Kilner of Imperial College leitete das "7th European SOFC Forum", das mit 54 Fachvorträgen und über 150 Postern ein eindrucksvolles Gewicht erlangt hat. Nie zuvor hat die keramische Brennstoffzelle einen grösseren Zuspruch gefunden. Die SOFC-Technik zur Umsetzung von Kohlenwasserstoffen in Strom erfreut sich zunehmender Anerkennung. Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass sich mit Diesel betriebene keramische Brennstoffzellen von 20 Watt Leistung einschliesslich der gesamten Brennstoffaufbereitung in einer Zigarrenkiste unterbringen liessen? In Luzern wurden auch solche Lösungen präsentiert. Die SOFC wird auch für portable Anwendungen attraktiv. Die vollständigen Manuskripte aller Vorträge und Poster können auf CD beim Veranstalter, dem European Fuel Cell Forum über www.efcf.com erworben werden.

Dr. Subhash Singhal (Mitte mit Christian Friedrich Schoenbein Ehrendiplom) mit Professor John Kilner (rechts, die Goldmedaille haltend), Leiter des 7th European SOFC Forum und Dr. Ulf Bossel (links), Organisator des Luzerner Fuel Cell Forum.

In der praxisnahen, von Professor Lars Sjunnesson von E.ON Nordic AB geleiteten Tagung "Fuel Cells for a Sustainable World" präsentierten Betreiber von Brennstoffzellen-Anlagen ihre Betriebserfahrungen mit tragbaren, mobilen und stationären Systemen. Beeindruckend waren die Berichte über stationäre PAFC, MCFC und SOFC Anlagen. Die phosphorsaure 200 kW PC 25 PAFC Anlage von United Technology in der Polizeistation im Central Park von New York ist mit dem ersten Stapel bereits 65'000 Stunden in Betrieb und funktioniert weiterhin problemlos. Der für 40'000 Stunden geplante Austausch des Zellenstapels wurde auf 80'000 Stunden verschoben. Später installierte PC 25 Anlagen arbeiten auch nach 55'000 Stunden immer noch gut. Aufgrund der unerwarteten Standzeiten hat sich die Wirtschaftlichkeit dieser Technik erheblich verbessert. Nach intensiver Beschäftigung mit der Polymer-Technik kehrt United Technology kehrt nun zur bewährten Technik zurück und wird schon bald eine vereinfachte PAFC Lösung anbieten.

Aber auch die stationären MCFC-Anlagen der amerikanischen Firma Fuelcell Energy und ihrem deutschen Partner MTU haben sich bestens bewährt. Einige Anlagen laufen bereits seit 35'000 Stunden mit Erdgas, Biogas, Klärgas oder Methanol. Im Rhön-Klinikum wird bereits die zweite Anlage installiert, weil man mit der ersten sehr zufrieden ist. Offensichtlich hat auch die MCFC-Technik ihre Bewährungsprobe bestanden.

Ähnliches gilt für die SOFC-KWK-Anlagen von Siemens-Westinghouse. Die für 100 kW ausgelegte Anlage, die zuerst in Arnheim, dann in Essen und nun in Turin läuft, hat bereits fast 30'000 Stunden hinter sich und liefert mit fast 50% Wirkungsgrad 110 kW ins Netz. Grössere SOFC-Anlagen werden auch bei Rolls-Royce in England und Wärtsilä Finnland entwickelt. In dieser Leistungsklasse sind zurzeit keine stationären PEFC-Anlagen in Betrieb oder in der Entwicklung.

Angesichts dieser erfreulichen Erfolge der PAFC, MCFC und SOFC Anlagen wird die Tagungsreihen "Fuel Cells for a Sustainable World" (Brennstoffzellen für eine nachhaltige Welt) auch 2007 fortgesetzt und durch eine breite Diskussion über die Einführung von Technologien zur Schaffung einer nachhaltig gestalteten Zukunft ergänzt. Ein Jahr später wird sich das "Luzerner Fuel Cell Forum 2008" ausschliesslich mit der SOFC-Technik befassen.

Die viertägige Tagung endete mit der Vergabe der Christian Friedrich Schoenbein Ehrenmedaille an Dr. Subhash Singhal vom Pacific Northwest National Laboratory in den USA in Anerkennung seiner herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der SOFC-Technologie und für die Schaffung und Leitung des International SOFC Symposium, das im kommenden Sommer in Nara / Japan zum 10. Mal angeboten wird. Der Basler Chemiker Christian Friedrich Schoenbein hat 1838 den Brennstoffzelleneffekt entdeckt und war eng mit William Robert Grove verbunden, der als Erfinder des Stromerzeugers gilt. Das ETH-Team um Professor Ludwig Gauckler erhielt die Silbermedaille für herausragende Beiträge zur Wissenschaft der SOFC, während die Bronzemedaille an eine Gruppe junger spanischer Wissenschaftler der Universität in Bilbao vergeben wurde.

Dr. Subhash Singhal (Mitte mit Christian Friedrich Schoenbein Ehrendiplom) mit Professor John Kilner (rechts, die Goldmedaille haltend), Leiter des 7th European SOFC Forum und Dr. Ulf Bossel (links), Organisator des Luzerner Fuel Cell Forum.

Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten.


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