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Media Information Pressemitteilung vom 18. Juli 2006 Brennstoffzellen nur noch für eine nachhaltige Welt. Ende des "European Polymer Electrolyte Fuel Cell Forum" Anlässlich des internationalen Luzerner Brennstoffzellen-Forum (Lucerne Fuel Cell Forum) hat das European Fuel Cell Forum das Ende ihres "European Polymer Electrolyte Fuel Cell Forum" (European PEFC Forum) verkündet. Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen also das "Aus" für diese Fachtagung. Schon im kommenden Jahr wird der Einsatz von Brennstoffzellen in einer nachhaltig organisierten Energiewirtschaft diskutiert. Angesichts schwindender Energievorräte, Klimaerwärmung und politischer Spannungen erlangt der Übergang zur Nachhaltigkeit höchste Priorität. Die Erschliessung erneuerbarer Energiequellen und die effiziente Energienutzung werden die Tagung "Fuel Cells for a Sustainable World" sinnvoll ergänzen. Brennstoffzellen sind effiziente und saubere Energiewandler, aber keine Energiequellen. Sie werden nur dann ihren Platz in einer nachhaltigen Zukunft finden, wenn sie besser sind als angestammte Lösungen. Diese Herausforderung bezieht sich auf Technik, Anwendung und Brennstoff. Angesichts der drohenden Energieprobleme ist eine kritische Bewertung angebracht. Es gibt bekanntlich mehrere Arten von Brennstoffzellen für unterschiedliche Brennstoffe. Erdgas und andere fossilen Kohlenwasserstoffe dominieren heute den Markt. Das wird auch in naher Zukunft so bleiben, auch wenn die Preise steigen und die Erzeugung von CO2 reduziert werden muss. Fossile Kohlenwasserstoffe werden heute bereits durch umweltneutrale Biobrennstoffe ersetzt. Auch in Zukunft wird Kohlenstoff die chemische Basis für flüssige und gasförmige Energieträger bilden. Bei einer Umwandlung von Erdgas in Wasserstoff werden Energiebedarf und CO2-Emissionen sinnlos erhöht. Wasserstoff ist kein natürlicher Brennstoff, sondern muss durch Reformierung von Kohlenwasserstoffen oder durch Elektrolyse von Wasser künstlich hergestellt werden. In beiden Fällen wird für die Herstellung des künstlichen Energieträgers wesentlich mehr Energie benötigt als dieser jemals wieder abgeben könnte. Ausserdem, Menschen brauchen keinen Wasserstoff, sondern elektrischen Strom, den man mit Hilfe von Brennstoffzellen aus diesem gewinnen kann. Im Vergleich zu Elektronen ist Wasserstoff ein sehr schlechter Energieträger für Elektrizität. Folglich wird der mit Hilfe von Brennstoffzellen aus Wasserstoff erzeugte Strom immer wesentlich teurer sein als Strom aus der Steckdose. Die direkte Stromverteilung über Leitungen ist nämlich etwa viermal effizienter als die indirekte Stromverteilung mittels Wasserstoff und Brennstoffzelle. Der Energiebedarf für Elektrolyse, Kompression oder Verflüssigung, Transport und Lagerung ist enorm. Auch die beste Brennstoffzelle kann nur etwa 50% der gelieferten Wasserstoff-Energie in Strom verwandeln. Aufgrund physikalischer Gründen kann Wasserstoff gegenüber Strom, aus dem er in einer nachhaltigen Zukunft hergestellt werden muss, wirtschaftlich günstigere Lösungen bieten. In einem freien Markt wird sich eine Wasserstoffwirtschaft nie gegen eine "Elektronenwirtschaft" behaupten können. In Zukunft wird Energie jedoch aus erneuerbaren Quellen kommen müssen, denn fossile oder nukleare Energie kann nicht nachhaltig sein. Mit Ausnahme von Biomasse wird erneuerbare Energie jedoch als Strom geerntet. Mit Ausnahme von Nahrung benötigt der Mensch nur physikalische Energie für Transport, Beleuchtung, Kochen, Heizen oder Kommunikation. Der Energiebedarf lässt sich bestens mit elektrischem Strom befriedigen. In einer nachhaltig gestalteten Energiezukunft wird man den mit Wind-, Sonnen-, Wasser-, Wellen- oder geothermischen Kraftwerken gewonnenen Strom direkt und mit höchster Effizienz zum Verbraucher leiten. Zur Lösung des Energieproblems braucht es keine neuen Infrastrukturen für Wasserstoff, sondern eine leistungsfähigere Stromübertragung, gute Stromspeicher und Elektroautos. Nachhaltigkeit im Energiebereich erfordert höchste Effizienz für Energieübertragung und Energienutzung. Dieses wesentliche Kriterium kann eine Wasserstoffwirtschaft aufgrund physikalischer Zusammenhänge nie erfüllen. Deshalb wird in einem freien Markt auch keine Infrastruktur für Wasserstoff entstehen. Wer möchte schon in ein so riskantes Unternehmen investieren? Trotz aller technologischen Fortschritte kann die Kombination von Polymer-Brennstoffzelle und synthetischem Wasserstoff nicht zur Schaffung einer nachhaltigen Energiezukunft beitragen. Auf der anderen Seite bleiben Kohlenwasserstoffe auch in Zukunft wichtige Energieträger. Erdgas wird allmählich durch Biomethan ersetzt. Brennstoffzellen, die Methan direkt in Strom verwandeln können, sind heute ebenso wichtig wie in ferner Zukunft. Auf dem Luzerner Brennstoffzellen-Forum haben einige Betreiber von Brennstoffzellen-Anlagen für Erdgas, Biogas und Methanol kritisch über ihrer Betriebserfahrungen berichtet. Einige dieser Anlagen sind bereits über 60'000 Stunden mit dem ersten Zellenstapel in Betrieb. Diese Brennstoffzellen mit Elektrolyten aus Keramik, Karbonaten und Phosphorsäure erfüllten die Kriterien für den Einsatz in einer nachhaltigen Zukunft. Man könnte verlangen, dass auf einen Forum alle Meinungen diskutiert werden sollten. Die Zeit zum Handeln ist jedoch gekommen. Auch in der Diskussion haben nachhaltige Lösungen Vorrang vor technischen Details. Brennstoffzellen für nachhaltige Brennstoffe werden weiterhin gefördert, während die Diskussion von Zellen für ungewisse Brennstoffe eingestellt wird. Alle Optionen offen zu halten löst keine Energieprobleme. Deshalb wird das European Fuel Cell Forum ab 2007 die Tagung "Fuel Cells for a Sustainable World" durch eine breite Diskussion über die Einführung von Techniken zur Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen und deren effiziente Verteilung und Nutzung ergänzen. In 2008 wird eine sehr erfolgreiche Serie mit dem achten "European SOFC Forum" fortgesetzt. Entgegen bereits verkündeter Termine wird die Tagungsreihe "European PEFC Forum" in Zukunft nicht mehr angeboten. Unser Dank gilt denen, ohne deren Hilfe die Schaffung des "European PEFC Forum" nicht möglich gewesen wäre. Forscher und Ingenieure haben hervorragende Polymerzellen geschaffen, für die die Natur leider keinen geeigneten Brennstoff zur Verfügung stellt. Das Energieproblem kann jedoch nicht durch künstliche Energieträger, die aus dem erzeugt werden müssen, was sie später ersetzen sollen. Die Gesetze der Physik sprechen gegen eine Wasserstoffwirtschaft. Bekanntlich lassen sich physikalische Grundweisheiten nicht durch Visionen, politische Entscheidungen oder Wagniskapital verändern. Das Energieproblem muss jedoch gelöst werden, solange uns noch die Mittel dafür zur Verfügung stehen. Diese Ankündigung, so schmerzhaft sie für einige kommen mag, sollte als ein konstruktiver Beitrag zur Lösung des Energieproblems verstanden werden. Dr. Ulf Bossel Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten. >> zurück zur Media Übersicht |
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